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Das gemeinsame, positive Erleben ist für Menschen sehr wichtig. Durch Missmaching-Situationen ist der Aufbau von Kontakten und schließlich auch Freundschaften erschwert. So ist es ein besonderes Erlebnis, dass das Pferd immer wieder ein Beziehungsangebot stellt und dem Menschen offen und ohne Vorurteile begegnet, und vor allem niemals nachtragend ist wodurch es als Brücke für Kommunikation und Interaktion dienen kann, bis eine Vertrauensbasis geschaffen ist. Eine weitere positive Erfahrung stellt die Übernahme von Verantwortung dar, hier kann z.B. das Versorgen und Pflegen des Pferdes eine wichtige Rolle spielen. Antipathien können überwunden werden, wenn z.B. das schmutzige Pferd gebürstet oder der Stall gemistet wird. Kooperatives Verhalten ist aufgrund der vielfältigen Wahrnehmungsveränderungen besonders schwierig und stellt eine große Herausforderung dar. Dadurch bedingt wird zum einen eine Kooperation zum Pferd, als auch zu anderen Personen notwendig. Konfliktlösungsstrategien werden nötig, wenn z.B. Uneinigkeit herrscht, oder Grenzen nicht erkannt werden. Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahmen sind in jeder Situation mit und um das Pferd gefordert. Kenntnisse und Fähigkeiten des Einzelnen können in vielen Situationen dazu dienen, den anderen Teilnehmern zu helfen. Auch Rücksichtnahme, auf z.B. leistungsschwächere Teilnehmer, ist wichtig und kann hier handlungsorientiert und somit nachhaltig vermittelt werden.

 

Emotionale Kompetenzen werden durch das offene und authentische Verhalten des Pferdes, das einen einzigartigen Weg zu einer positiven Beziehung bietet, und somit eine Tür zu einer Bindung öffnet, in hohem Maße gefördert. Der Mensch hat das Bedürfnis nach Körperkontakt und Nähe, welches ihm die Beziehung zu einem Pferd bieten kann. Wertschätzung, Zusammengehörigkeitsgefühl und Verlässlichkeit wird als positive Faktoren geboten. Erfolg wird durch das Handeln, z.B. bei verschiedenen Übungen, die immer angemessen sein müssen, erreicht. Durch die entsprechende Reaktion des Pferdes auf z.B. Hilfen und häufiges Loben, sowie wertschätzendes Verhalten,  durch den Reittherapeuten wird eine Steigerung des Selbstwertgefühls und des Selbstbewusstseins gefördert. Freude und Glück werden aktiv erlebt, und stellen einen positiven Gegenpol zu negativen Erlebnissen dar. Menschen sind manchmal unsicher und haben auch Ängste, teilweise auch durch z.B. einen Veränderten Tag-Nachtrhythmus, sowie durch schwerfallende soziale Situationen im Alltag. Diese werden manchmal kompensiert durch Aggression oder Vermeidung.

Gemeinsam mit dem Pferd entsteht nun ein emotionales Erlebnis, welches eine Auseinandersetzung mit Ängsten erfordert und somit Stärken durch die Bewältigung der Situation aufzeigt und daher ein positives Erlebnis darstellt. Eigene Emotionen können erkannt werden, die Selbsteinschätzung verbessert und eine Weiterentwicklung der Persönlichkeitsentwicklung  des Selbstkonzepts gefördert werden. Bei Menschen die zu überschätzendem Verhalten neigen, ist es besonders positiv, dass Grenzen in der Situation mit dem Pferd, von diesem selbst aufgezeigt werden. Der besondere Aufforderungscharakter des Pferdes wirkt bei der gesamten Thera-peutischen Arbeit motivationssteigernd. Das Gefühl auf dem Pferderücken getragen zu werden, löst das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit aus und bietet somit auch die Chance grundlegende Kindheitserfahrungen nachzuholen. Dies bedeutet ein Bewe-gungsdialog, der auch das Erleben von Rhythmus ermöglicht.  Eine sensomotorische Förderung erfolgt über den tonischen Dialog.   

 

Folgende Förderziele sind daher:

Freude und Glück erleben,  eigene Gefühle erfahren, sich mit Ängsten auseinandersetzen, Aggressionen abbauen,

Vertrauen entwickeln, Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein steigern, Realistische Selbsteinschätzung fördern,

Motivation stärken, Emotionen entwickeln und zulassen über das Medium Pferd, sowie Geborgenheit und Sicherheit

durch das „ Getragen - werden“ erleben.


 

© SteigAuf e. V. - Tabitha Klatt   --- Auszüge und Zitate nur mit ausdrücklicher Erlaubnis des Autorin.

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